Gorcumer Stadtführer im Rampenlicht: aus der Sicht von Hennie Sanders

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„Eine gute Geschichte darf durchaus ein Lächeln hervorrufen.“

Wer einen Stadtrundgang mit Hennie Sanders unternimmt, erfährt nicht nur etwas über die Geschichte von Gorinchem. Sie erleben auch Humor, überraschende Anekdoten und Geschichten, die Ihnen noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Hennie wurde am 1. Januar 1957 im brabantischen Schijndel geboren. Nach sieben Jahren bei der Königlichen Marechaussee in Den Bosch suchte er nach einer neuen Herausforderung. Im Jahr 1983 trat er in den Polizeidienst in Gorinchem ein.

„Das fühlte sich damals schon wie ein großer Schritt an. Wir hatten das Gefühl, ganz in die Randstad zu ziehen.“

Mittlerweile lebt er bereits seit über vierzig Jahren in Gorinchem. Seine Kinder sind hier aufgewachsen, und die Stadt fühlt sich schon lange wie sein Zuhause an.

Vom Polizisten zum Stadtführer

Als Hennie in den Ruhestand ging, wollte er nicht untätig bleiben.

Er belegte die Kurse „Gorcumkunde“ und „Festungsanlagen“ und meldete sich als Stadtführer an. Beim Fremdenverkehrsamt war zu diesem Zeitpunkt noch keine Stelle frei, doch über „Cicerones“ konnte er bereits erste Erfahrungen sammeln. Nicht viel später wurde dann doch eine Stelle beim Fremdenverkehrsamt frei.

Während er anderen Stadtführern über die Schulter schaute, entdeckte er immer wieder neue Geschichten.

„Selbst Stadtführer lernen voneinander.“ Und genau das macht den Beruf seiner Meinung nach so reizvoll.

Zwei Stunden vergehen wie im Flug

Was Hennie am meisten an der Arbeit als Stadtführer schätzt? Die Menschen. Nach jeder Führung kehrt er mit einem Gefühl der Zufriedenheit nach Hause zurück. Vor allem, wenn er später erfährt, dass sich die Teilnehmer an seinen Namen erinnern und speziell mit ihm noch einmal auf Entdeckungstour gehen möchten.

Daher ziehen sich seine Führungen regelmäßig in die Länge. „Sie dauern oft zwei Stunden statt anderthalb. Die Menschen stellen immer wieder Fragen und möchten noch mehr Geschichten hören.“

Sogar seine Kinder und Enkelkinder waren inzwischen mit dabei und sehen Gorinchem nun ebenfalls mit ganz anderen Augen.

Von Kriminalität bis hin zu dunklen Legenden

Angesichts seines Hintergrunds bei der Polizei war es eigentlich unvermeidlich, dass Hennie einen eigenen Rundgang entwickelte. So entstand „Duister Gorinchem“, eine Führung, bei der die weniger bekannte Seite der Festungsstadt im Mittelpunkt steht.

Für diesen Rundgang tauchte er erneut in alte Akten ein, sprach mit ehemaligen Kollegen und sammelte Geschichten über Kriminalität, Rechtsprechung und mysteriöse Ereignisse aus der Geschichte von Gorinchem. So führt er die Besucher an Orte, an denen einst Morde begangen wurden, und erzählt von der berüchtigten Giftmischerin Goeiemie.

Auch alte Volkssagen kommen nicht zu kurz. So taucht beispielsweise Anna Mûchen auf, die vrouw , die als Hexe verurteilt wurde. „Warum bezeichnen wir eine vrouw eigentlich als Hexe, während ein Mann mit denselben Eigenschaften als Zauberer bezeichnet wird?“, fragt Hennie seine Gruppe dann gerne. Das führt fast immer zu interessanten Gesprächen.

Humor spielt dabei eine wichtige Rolle. „Wenn Menschen lachen, entspannen sie sich. Dann entsteht ganz von selbst Interaktion.“ Gerade diese Kombination aus Geschichte, Spannung und einem Augenzwinkern macht seine Führungen so besonders.

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Die Stadt steckt voller verborgener Geschichten

Auch während der regulären Stadtrundgänge versteht es Hennie immer wieder, sein Publikum zu überraschen.

Am „Dalempoortje“ erzählt er beispielsweise gerne die Legende von Jan de Sterke, der der Erzählung zufolge mit seiner enormen Kraft sogar Pferd und alles an das Stadttor hochgehoben haben soll, um Räubern zu entkommen.

Historisch? Vielleicht nicht ganz.

Doch gerade solche jahrhundertealten Volkserzählungen verleihen einer Stadt ihren Charakter.

Und während die Gruppe durch die Gasthuisgang schlendert, zeigt Hennie plötzlich auf eine Ecke eines Gebäudes.

„Sehen Sie“, sagt er dann, „hier befindet sich noch ein Überrest des alten Gasthauses.“

Die überraschten Blicke, die darauf folgen, sind für ihn Gold wert.

Eine Stadt, die immer wieder überrascht

Laut Hennie haben viele Besucher dieselbe Vorstellung, bevor sie nach Gorinchem einfahren.

Die meisten kennen die Stadt vor allem wegen der Staus auf der A27.

„Und dann sind sie überrascht, wie schön es hier eigentlich ist.“

Die Festungsanlage, die gemütlichen Terrassen, die historischen Gassen und die lebendige Innenstadt hinterlassen einen bleibenden Eindruck.

„Es ist keine Stadt, durch die man einfach nur hindurchgeht. Hier passiert echt etwas.“

 

Selbst waschechte Gorcummer entdecken etwas Neues

Laut Hennie sind es gerade die Einwohner von Gorinchem, die einmal einen Stadtrundgang unternehmen sollten.

„Oft glauben die Menschen, sie würden die Stadt bereits kennen.“

Doch während des Spaziergangs entdecken sie plötzlich Fassadensteine, an denen sie schon seit Jahren vorbeigehen. Alte Hausnummern. Besondere Details an Gebäuden.

„Man muss einfach öfter einmal nach oben schauen.“

Das ist vielleicht ihre wichtigste Botschaft.

Erleben Sie gemeinsam eine Stadtführung

Sein persönlicher Tipp für Besucher ist daher ganz einfach: „Möchten Sie Gorinchem wirklich kennenlernen? Dann machen Sie sich mit einem Stadtführer auf den Weg.“ Natürlich können Sie Informationen auch auf Ihrem Smartphone nachschlagen oder eine Broschüre lesen.

„Aber eine Geschichte, die erzählt wird, bleibt viel besser im Gedächtnis.“

Und genau das ist es, was Hennie am liebsten tut: Geschichten erzählen. Mit einem Lächeln.

 

Wählen Sie Ihre Stadtführung - Gorinchem ist voll von Geschichten. Von versteckten Gassen bis hin zu beeindruckender Geschichte und überraschenden Orten. Bei einem Stadtspaziergang werden Sie die Stadt so sehen, wie Sie sie noch nie gesehen haben.

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