Esther van Vriesland
Am 31. Dezember 1941 begann die aus Gorcum stammende Esther van Vriesland (1926-1942) ihr Tagebuch in einem Schulheft. Der letzte Satz, den sie schrieb, lautete: "Lass mich doch im nächsten Heft über den Frieden schreiben!" Leider erlebte sie den Frieden nicht mehr. Am 5. Oktober 1942 wurde sie in Auschwitz ermordet.
Esther war ein 15-jähriges jüdisches Mädchen aus Gorinchem während des Zweiten Weltkriegs. Sie führte ein Tagebuch in vier Notizbüchern über einen Zeitraum von knapp einem Jahr. In ihrem Tagebuch schrieb sie über alltägliche Dinge wie Schule, Freundschaften, Eltern und Verliebtheit. Aber Esther war Jüdin, und zwischen den Zeilen können Sie auch sehen, wie sie die zunehmende Isolation der Juden und die Ungewissheit ihres Schicksals erlebte.
Als die Deutschen die Familie van Vriesland zusammentrieben, warf Esther die Notizbücher auf das Flachdach des Nachbarn. Der Nachbarsjunge fing sie auf und das Nachbarsmädchen behielt die Hefte. Auf diese Weise wurde ihr Tagebuch bewahrt. Es wurde 1990 als Büchlein veröffentlicht und 2010 anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung in einer zweiten, vollständig überarbeiteten Auflage.
In der Nähe des Hauses, in dem die Familie van Vriesland am Kalkhaven 53 lebte, wurden am 16. April 2019 fünf Stolpersteine zur Erinnerung an diese schreckliche Geschichte aufgestellt.